Jeder Mensch repräsentiert unterschiedlich

Ein humorvolles Beispiel: Ein Ehepaar feiert den 10. Hochzeitstag bei einer Flasche Sekt. Angeregt durch diese Stimmung sagt der Mann: „Ich liebe Dich, Schatz“. Nach einer kurzen Pause erwidert sie: „Nein, das tust Du nicht.“ Er: „Wie kannst Du nur so etwas sagen?“ Sie: „Du redest immer nur. Wann hast Du mir zuletzt Blumen mitgebracht oder mich ausgeführt? Du siehst mich auch nicht mehr so an, wie früher!“

Bei einem anderen Paar könnte z. B. der umgekehrte Fall auftauchen. Er zeigt seiner Frau, dass er sie liebt, indem er Geschenke macht und sie ausführt. Sie fühlt sich ungeliebt und wirft ihm vor: „Du hast mir seit Jahren nicht mehr gesagt, dass Du mich liebst!“

Dies soll verdeutlichen, dass Worte Repräsentationen einer bestimmten Wahrnehmungsebene sind. Wenn Menschen sprechen, greifen sie auf die verschiedenen Repräsentaionsebenen zurück und dies kann dazu führen, dass dieselben Sachverhalte unterschiedlich durch Sprache repräsentiert werden.

Unsere Sinne: die Schnittstelle mit der "Hier und Jetzt"

Wie schon erwähnt: Menschen nehmen laufend mit ihren fünf Sinnen Informationen aus ihrer Umwelt auf. Um diese Erfahrungen und Eindrücke zu verarbeiten, müssen wir uns innere Vorstellungen machen, d. h. Bilder, Klänge, Gefühle, Worte, Geschmack und Geruch.

Diese Sinnesmodalitäten, die wir dazu verwenden, innere und äußere Wahrnehmungen zu repräsentieren, also zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu riechen und zu schmecken (V, A, K, O, G) nennt man Repräsentationssysteme (RS). Man kann jedoch manchmal feststellen, dass je nach Person bestimmte Sinnessysteme oder Repräsentationssysteme bevorzugt werden.

Manche Menschen bevorzugen bestimmte Wahrnehmungsebenen in speziellen Tätigkeitsbereichen (z. B. ist ein Musiker beruflich häufig in dem auditiven Repräsentatiomssyste, privat hingegen vielleicht überwiegend im kinästhetischen). Viele haben keine spezielle Bevorzugung eines einzelnen Repräsentationssystem, was dazu führen kann, dass diese Personen in allen Sinnes-Bereichen schnell Kontakt haben können, jedoch in einem Bereich, der die starke Ausprägung eines einzelnen Repräsentationssysteme erfordert, eher gehandikapt sind.

Speziell in Konfliktsituationen kann beobachtet werden, das die Verarbeitungsfähigkeit eines Menschen sich unbewusst auf ein bestimmtes Repräsentaionssystem reduziert, was in der Regel allerdings nicht besonders lösungsorientiert ist.

Im Rahmen von Kommunikations-Seminaren wird trainiert, zu erkennen und zu verstehen in welchem Repräsentationssystem der gegenüber gerade aktiv ist, um ihm in demselben Repräsentationssystem zu antworten.

Im neurolonguistischen Programmieren nutzt man die Kenntnis über Repräsentationssysteme in allen grundlegenden Techniken, speziell im Bereich des Pacings (Kontakt), in der Strategiearbeit und der Arbeit mit Submodalitäten.

Wozu ist das gut?

Deshalb sollte man sich mit Repräsentationsystemen befassen

Das Konzept der Repräsentationssysteme (VAKOG) – visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustatorisch – ist ein zentrales Modell im NLP, das beschreibt, wie Menschen Informationen aufnehmen und verarbeiten. Als kommunikationsinteressierter Mensch oder Coach ist es wichtig, diese Systeme zu verstehen, da sie Einblicke in die bevorzugten Wahrnehmungs- und Denkweisen von Klienten bieten.

Durch das Erkennen der dominanten Repräsentationssysteme eines Klienten kann die Kommunikation gezielter und effektiver gestaltet werden, um eine tiefere Verbindung herzustellen und Missverständnisse zu vermeiden. Zudem ermöglicht es, maßgeschneiderte Interventionen zu entwickeln, die den individuellen Wahrnehmungs- und Lernstil ansprechen. Insgesamt trägt dieses Wissen dazu bei, die Kommunikation zu optimieren und den Coaching-Prozess auf die spezifischen Bedürfnisse des Klienten auszurichten.